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WARUM
?
Maurice
war ein lebenslustiger, mopsfideler und für uns völlig gesunder 4-jähriger
Junge. Doch nun
ist
er einfach nicht
mehr da.
Es
geschah am 16.08.2002. Wir hatten uns gerade ein Haus gekauft. Unsere
Wohnung war schon lange viel zu klein. Die Schlüsselübergabe für´s
Haus war am Tag zuvor. Die
Kinder (Maurice und seine Schwester Angelique) hatten an diesem Tag das
erste Mal die Gelegenheit ihr neues „Zu Hause“ zu besichtigen... und
sie freuten sich riesig auf ihre "eigenen Zimmer". Besonders
der Kleine, denn wir haben ihm versprochen, dass er nun seine
Carrerabahn, die er von uns letztes Weihnachten bekam, aufgebaut stehen
lassen kann, so lange er möchte.
Es
gab an dem Haus viel zu tun und wir wollten nicht, dass sich dort eins
der Kinder bei den Umbau- und Renovierungsarbeiten verletzt. Deshalb
brachte ich die beiden also wie gewohnt morgens in den Kindergarten. Nach
dem dicken Abschiedsküsschen auf seine weichen Wangen versprach ich dem
Kleinen noch : "Mama kommt heut nicht so spät." ...und ich
sah mich noch um und winkte den beiden zu, wie immer.... Hätte ich in
diesem Moment auch nur ansatzweise geahnt, dass ich eins meiner Kinder
nicht mehr lebend wiedersehen würde... Lieber Gott, ich wollte ihm doch
noch sooo viel sagen!!!!
Am
frühen Nachmittag wurde ich vom Kindergarten auf dem Handy angerufen. “Etwas
ist mit Maurice.”
Ich
sollte doch bitte gleich kommen. Natürlich ließ ich alles stehen und
liegen und fuhr sofort los. Auf dem Weg dorthin gingen mir die Worte der
Erzieherin durch den Kopf.
"Bauchweh... blass.... blaue Lippen"???????
Ich werde sofort mit ihm zum Arzt fahren.... dachte ich so bei mir...
... aber als ich am Kindergarten ankam, war alles so merkwürdig. Von
weitem erkannte ich eine andere Erzieherin, die an der Straße stand.
"Warum steht sie dort?" und "Was ist hier los?" Als
ich in die Einfahrt des Kindergartens blicken konnte, blitze mir das
knallige Rot eines Rettungswagens entgegen. Fürchterliche
Gedanken schossen mir durch den Kopf...
"Du
musst jetzt stark sein, Marion", hörte ich sie sagen.
Oh,
mein Gott!!! Was
ist mit Maurice????
Als ich in seinen Gruppenraum stürmte (jemand wollte mich zurückhalten),
sah ich seinen kleinen Körper leblos am Boden liegen.... und
ich hörte mich mit erschrockener Stimme den Namen meines Sohnes rufen...
Der Rettungsassistent, der über Maurice gebeugt war, sagte nur:
"Wenn das die Mutter ist, schickt sie hier raus!".
Ich spürte, dass es absolut schlimm um meinen kleinen Schatz stehen
muss,"... aber das ist doch mein Baby... Was macht ihr
hier!!!!???" hörte ich mich sagen... und auf einmal fühlte ich,
wie die Hilflosigkeit mir ins Gesicht klatschte. Ich kam mir so
klein und winzig vor... ich fing an zu beten... „Es wird alles wieder gut“, versuchte ich mir einzureden. Meine Tränen
konnte ich nicht zurückhalten. Zu groß war die Angst vor dem, was
passieren könnte.
Es verging eine Ewigkeit... glaube ich... in der ich immer wieder einen
Rettungswagen hörte. Notärzte kamen, Spezialgeräte wurden geholt...
und alle rannten hektisch an mir vorbei... und immer, wenn die Tür
aufging, hörte ich das Piepsen der Apparaturen....ein Piepsen, das mir
sagte, dass sein kleines Herz schlägt... Plötzlich verwandelte sich dieses Geräusch in ein grässliches
Pfeifen!
... und dann war meine Kraft zu Ende...
Ein
anderer Rettungsassistent sprach mich an: “Ihr Sohn ist sehr, sehr
krank. Wir versuchen ihn für den Transport stabil zu bekommen. Bitte
machen sie sich keine Sorgen. Wir fahren nicht ohne sie mit ihrem Sohn
hier weg.“
Irgendjemand
holte meinen Mann ab und rief noch einen Arzt für mich.
Nach
einer Stunde und 40 Minuten (heute erst weiss ich, dass man so lange um
ihn kämpfte), konnte ich durch´s Fenster erkennen, dass man Maurice
nun ins Krankenhaus fahren würde und ich sah meinen Mann in seiner Nähe....
Die Türen wurden geschlossen, aber mein Mann durfte nicht mitfahren...
und auch ich wurde nicht, wie zuvor versprochen, gerufen... Es war alles so merkwürdig.
Der
Arzt, der mich behandeln sollte, kam erst dann zu mir.... und faselte
irgendwas von:
„Sie
brauchen jetzt nicht zu ihrem Sohn.“
... und ...
„Sie
können jetzt sowieso nichts für ihn tun“.. und dann wollte er ein
Spritze aufziehen.... aber mein Mann sagte sofort mit fester Stimme: „Sowas
brauchen wir nicht!!!"
Er
hatte recht! Wir müssen zu unserem Sohn! Der Kleine braucht uns jetzt!
Nach
einer Stunde Suche fanden wir endlich das Krankenhaus, in das man
unseren armen kleinen Liebling brachte. An der Anmeldung wurde uns
gesagt, dass der Arzt zu uns nach unten kommen würde... und er kam
nicht allein. Wieder schossen schreckliche Gedanken durch meinen
Kopf.... und ich wollte mir einreden, sie gehört nicht dazu. Aber der
Arzt stellte sie uns als eine Seelsorgerin der evangelischen Kirche
vor.... und da begann mein Herz wieder wie wild zu schlagen... Was will
er uns jetzt sagen?
Mein
Mann ging mit dem Arzt voraus... ich hörte die beiden reden... plötzlich
drehte sich mein Mann zu mir um und sagte: „Maurice ist tot!.... unser
kleiner Maurice... er ist tot, Marion!"
Was dann alles geschah, kann ich nicht mehr so richtig
nachvollziehen.... ich hatte das Gefühl, nicht mehr Herr meiner Selbst
zu sein. In der Krankenhauskapelle durften wir unseren süßen kleinen
Engel noch ein Mal sehen... „Aber bitte nicht berühren“, hieß es.
Da lag er nun.... ganz blass... blaue Lippen... seine Augen geschlossen,
als würde er nur träumen. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm wenden
und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich diese kleine Kapelle in
einen riesigen eiskalten Saal verwandelte... und es gab nur Maurice und
mich... ich hörte Stimmen vom Ende des Saals, aber sie interessierten
mich nicht.... Ich sah nur mein Baby dort liegen und mich vor seinem
Bettchen stehen... Es war wie ein böser Traum. Ich wünschte, es
wäre wirklich nur ein Traum... und gleich würde ich
aufwachen und mein Baby würde mir entgegen laufen, mich stürmisch
umarmen und sagen: "Mama, ich hab Dich so lieb."
***
Kurz
vor der Beerdigung erfuhren wir durch die Kriminalpolizei, dass der
Kleine einen Hinterwand-Herzinfarkt hatte, hervorgerufen durch eine
vererbte Fettstoffwechselstörung in Zusammenhang mit einer
Herzmuskelentzündung. Man sagte uns, dass ihn kein Arzt hätte retten können....
Sollte das ein Trost für uns sein?
Mit dem Tod unseres geliebten Sohnes ist mein Lachen gestorben.
Alles
war so perfekt...
Wir waren eine glückliche Familie...
Doch
plötzlich ist alles anders, denn
...Er
ist einfach nicht mehr da!!!
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